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1900-1945 > Expressionismus Emil Nolde - Biografie

Emil Nolde - Radierung

Betrag:
7.300 EUR *

Verkäufer:

Besichtigungsort:
Objektnummer:
München
120000299

Anfangsgebot:
Seitenaufrufe:
Angebotsende:
7.300 EUR
55
19.07.20 15:00:00 MEZ
(5 Tage, 07h:08m)

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Kauerndes Weib. 1908.
Radierung.
Schiefler/Mosel/Urban 94 III (von III). Signiert sowie wohl von fremder Hand betitelt. Eines von 17 bekannten Exemplaren. Auf chamoisfarbenem Velin. 47 x 30,5 cm (18,5 x 12 in). Papier: 63 x 48,3 cm (24,8 x 19 in).
Gedruckt von Otto Felsing, Berlin. [CH].
Selten auf dem internationalen Auktionsmarkt.

PROVENIENZ: Privatsammlung USA.

In der ausdrucksstarken Darstellung des "Kauernden Weibes" zeigt sich die Nähe Emil Noldes zum deutschen Expressionismus der Künstlergruppe "Brücke", der sich Nolde 1906 nach anfänglichem Zögern angeschlossen hatte. Er vermittelte den Künstlern, darunter Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff, unter anderem seine Kentnisse und Fähigkeiten in der Radierung, und trug durch das Konzept der fördernden kostenpflichtigen Mitgliedschaft gegen den Erhalt einer Originalgrafik als Jahresgabe zur Bekanntheit und wirtschaflichen Erfolg der Gruppe bei. Von Vorteil war hierbei auch der Kontakt zum Hamburger Kunstmäzen und Grafikliebhaber Gustav Schiefler. Die vorliegende Radierung bewegt durch ihre intensiv durchgearbeitete und mit wilden, expressiven Strukturen versehene Bildfläche, die die Spuren des künstlerischen Vorgangs sichtbar machen und die aufgewühlte Emotionalität der Darstellung unterstreichen. Deutliche motivische Ähnlichkeit besteht mit der als Lithographie veröffentlichten Zeichnung "Sorrow" (ca. 1882) von Vincent van Gogh, die ebenfalls eine kauernde, den Kopf in den Armen bergende Frau zeigt. Die Künstler der Brücke hatten um 1905 erstmals die Werke van Goghs gesehen, was Emil Nolde dazu veranlasste, spöttisch eine Namensänderung der Gruppe in "van Goghiana" vorzuschlagen (vgl. hierzu Making van Gogh, Ausst.-Kat. Städel Museum Frankfurt, München 2019, S. 262). Diese künstlerische Einengung bewog ihn schließlich, die "Brücke" 1907 nach einem Jahr wieder zu verlassen, ohne dass die allgemeine van-Gogh-Begeisterung dieser Jahre spurlos an ihm vorübergegangen wären.

In guter Erhaltung. Im Passepartout-Ausschnitt minimal gebräunt.
Nähere Informationen zum Zustand entnehmen Sie bitte der Großdarstellung / Abbildung Rückseite.

 
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